Wir glauben an eine postmigrantische, dekoloniale Schweiz. Das fordert nicht nur Abwehrkämpfe, sondern auch Visionen. Die Schweiz ist geprägt von Migration als konstantes Phänomen. Migration prägte und prägt unsere Gesellschaft massgeblich. Wir verstehen Migration als Realität und nicht als Bedrohung. Damit verbunden sehen wir die Notwendigkeit einer Dekolonisierung der Schweizer Gesellschaft und Wirtschaft. Wir unterstützen Bewegungen und Diskurse, die zu dieser beitragen.
Unter dem Motto «Zwischen uns keine Grenzen» machen wir heute auf Grenzen aufmerksam, die wir als geflüchtete Frauen erleben. Grenzen, die patriarchale und diskriminierende Systeme schaffen. Wir sind Frauen und wir sind geflüchtet. Diese Erfahrungen lassen sich nicht voneinander trennen.
Geflüchtete sind vor allem eines: Menschen. Es spielt keine Rolle, aus welchem Land sie kommen, welche Sprache sie sprechen oder welche Farbe ihre Augen oder Haare haben. Geflüchtete sind Menschen, die Schutz brauchen – so wie die Menschen aus Syrien ihn vor zehn Jahren brauchten und die Menschen aus der Ukraine vor vier Jahren.